Wir geben alles für die ander’n

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Wir geben alles für die ander’n,

Und vergessen uns dabei.

Wir wollen ihnen gefallen,

Umhüllen unsere Gestalt.

 

Das wahre ich geht dabei unter,

Wir verschwenden damit viele Stunden,

Lob für etwas zu bekommen,

Was wir selbst

Eigentlich nie wollten.

 

Wir lassen zu,

Dass sie uns fremdbestimmen-

Möglichst viel Lob

Wollen wir gewinnen.

 

Lob ist eine neue Droge;

Wir glauben,

Es geht nicht mehr ohne-

Wir definieren uns darüber,

Kämpfen gegen eigene Gefühle.

Anerkennung wird zur Sucht,

Wir ergreifen vor uns selbst die Flucht.

Wir finden vieles ungerecht

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Wir finden vieles ungerecht,

Und denken uns:

Dies sollte aber anders sein.

 

Wir gehen weiter,

Und denken uns:

Wir haben aber

Keine Zeit.

 

Wir finden,

Unser Leben

Ist einfach

Zu grau;

Es könnte

Etwas bunter sein.

 

Wir leben wie bisher;

Die Angst zu groß,

Dass Veränderung

Unser Gerüst ins Wanken

Bringt,

Überwiegt,

Und zieht uns

Zu sich zurück.

 

Es bleiben nur die Träume,

Die an unserem Gewissen

Immer stärker sägen

Und an des Lebens Ende quälen:

 

Hätten wir den Mund aufgemacht,

Hätten wir gekämpft,

Wären wir doch nicht still geblieben,

Wären wir doch einfach losgezogen.

Träume werden nie erlöschen

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Träume werden nie erlöschen,

Da sie uns zeigen,

Wo wir wollen sein,

Und nicht sind.

 

Träume machen uns deutlich,

Dass es Zeit ist,

Sich zu verändern,

Und zu befreien

Sein wahres ich.

 

Träume spiegeln deine Seele,

Zeigen ein and’res Wesen,

Was in der Innenwelt

Ist eingeschlossen

Und tief verborgen lebt.

 

Träume brennen wie Feuer;

Stärker wird das Sehnen,

Wenn du dagegen kämpfst,

Träume kannst du nicht löschen,

Wenn du sie einfach übergehst,

Träumen musst du nachgehen,

Und das nicht zu spät.

Nicht alles war gut

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Nicht alles war gut,

Nicht alles war schlecht,

Doch uns

Ist einfach gar nichts recht.

 

Wir wollten

Von allem

Das Beste;

Uns’re Ansprüch‘,

Sie war’n groß-

 

Zufrieden,

Mit jenem, was wir haben,

War’n wir nie.

Wir hatten keine Energie,

Das Leben nicht genossen;

Stets neue Wünsche

In unseren Gedanken

Sprossen.

 

Und an des Lebens Ende

Seh’n wir uns’re Zeit verschwendet;

Ach hätten wir bloß

Gegeben uns’rem Leben

Einen Sinn.

Tanzen im Sturm

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Tanzen im Sturm,

Durch all‘ die Jahre abgehärtet-

Viel verloren,

Verändern sich die Werte.

 

Der Alltag scheint absurd,

Was einen einst erschüttert,

Ist heute ganz normal.

Was dir war fern,

Beherrscht den Tag.

 

Die Gewöhnung an den Wahnsinn,

Lässt uns mit allem rechnen,

Egal, aus welcher Richtung

Kommt der Wind.

Schweigen

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Schweigen,

Das ist Gift,

Wenn man die Wahrheit

Nicht ausspricht.

 

Schweigen,

Heilsam du bist,

Wenn alles tobt

Und schäumt des Streites Gischt-

Schweigen,

Du bist Ruhe,

Gibst uns

Zeit uns

Zeit und Raum.

 

Schweigen,

Du kannst viel bewirken,

Doch einzuschätzen

Bist du kaum.

 

Wir schweigen,

Um dem Streite

Aus dem Weg zu gehen.

Wir schweigen,

Hoffen,

Dass die Wolken

Bald vorüber zieh’n.

Wir schweigen,

Denken,

Still lässt’s sich leben;

Doch schweigen wir immer,

Haben wir ein Problem.

Kerzenschein

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Kerzenschein

Am Abendtisch.

Es herrscht Schweigen;

Man nicht redet miteinander.

Gelangweilt.

 

Gewohnheitstiere-

Lauter Routine.

Nichts ist neu.

Jeder Tag das Gleiche,

Übersättigt.

 

Unverändert

Lebt man

Auch im Urlaub.

Die eigene Weltsicht bleibt

Unverändert.

 

Intoleranz

Gegenüber Einheimischen.

Zerstörung von Kultur

Zeigt immer schlimmer seine

Folgen.

 

Identitätsverkauf,

Alles ausgerichtet

Auf den Kommerz,

Wird die Seele zerstört.

Massenort.

 

Untergang

Der Eigenheiten;

Alles wird gleich

Und verliert an Strahlkraft.

Austauschbar.

 

Überflutet

Von Massen,

Keiner hat Platz,

Sich weiter zu bewegen.

Gelähmt.

 

Vollgemüllt,

Zerstörte Landschaft.

Die Natur leidet

Unter der menschlichen Zerstörungswut.

Ware.

Ende

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Das Ende einer Sache

Ist der nächsten Anfang.

Nichts wird umsonst geschehen,

Auch wenn dich erst die Fragen quälen.

 

Der Grund zeigt sich erst später,

Im Nachhinein wird alles klar.

Das verwischte Bild

Enthüllt seine Konturen.

 

Vergangenheit die Zukunft deutet,

Doch wir sind blind,

Denken nicht weiter als an heute.

 

Wir könnten das Geschehen deuten,

Wir könnten viel vermeiden,

Wir könnten ganz einfach leben.

 

Doch wir woll’n erst die Lehr‘ fürs Leben,

Wir müssen erst den Schmerz verspür ‘n,

Und lassen uns zu leicht verführ’n.

 

Nichts wird umsonst geschehen,

Der Grund zeigt sich erst später;

Wir wollen erst die Lehr‘ fürs Leben;

Woraus man am meisten lernt,

Das sind die eig’nen Fehler.

Gedanken sterben nie

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Gedanken sterben nie,

Sie werden irgendwann einmal erreichen

Ihr fernes Ziel.

Gedanken, sie sind frei,

Sie werden überdauern jede Zeit.

Gedanken haben keine Form,

Sie passen sich nie an

An irgendeine Norm.

Gedanken kannst du nicht einfangen,

Engst du sie ein,

Wird stärker das Verlangen.

Gedanken wehren sich mit aller Kraft,

Sperrst du sie ein,

Dein Kopf zerplatzt.

Gedanken haben ein Eigenleben,

Sie brauchen Zeit,

Bis sie in Blüte stehen.

Gedanken haben Zerstörungskraft,

Haben die Macht,

Die Welt zu trennen.

Gedanken können verbinden,

Es sind Gefühle,

Die zueinander finden.

Abtauchen

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Abtauchen in die Fremde,

Wo ich niemand bin;

Keiner mich kennt.

Eintauchen in die neue Welt,

Die Sehnsucht nach Abenteuern

Tief in mir brennt.

Kein Vorher,

Kein Gestern-

Es ist einzig das Jetzt,

Was zählt.

Geschichten woll’n geschrieben werden,

Das Unbekannte

Birgt neue Fährten.

 

Neugierde

Erweckt uns zu neuem Leben;

Sachen, die wir nie gehört,

Dinge, die wir nie gesehen,

Etwas, was wir nie gespürt;

Das Unbekannte uns in seine Welt entführt.

Neues Wissen

Stellt neue Fragen;

Neue Fragen,

Auf die wir keine Antwort haben.